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Oliver Lichtl alias Uphill Racer: Porträt eines Multiinstrumentalist und Klangkünstler Jeder Künstler, der als talentiert bezeichnet wird, hat viele Stunden der Arbeit in seine Kunst gesteckt, um entsprechend so gut zu werden. Natürlich gibt es bestimmte Voraussetzungen, aber am Ende muss es die Leidenschaft geben, die immer wieder zu der Sache zurückführt. Ohne Frage lässt sich sagen, dass Oliver Lichtl eine Leidenschaft für Musik hat, die er immer und immer wieder bewiesen hat. Schon seit über zwanzig Jahren veröffentlicht Lichtl Musik, mit der er immer wieder für Begeisterung sorgen kann. Er bietet eine Mischung aus Indie-Pop, Elektronik und Ambient-Musik. Zahlreiche Werke sind bis heute erschienen, die vor allem zeigen, wie gut der Musiker mit verschiedenen Instrumenten umgehen kann und welche kreativen Ideen er hat. Zudem hat Lichtl über die Jahre auch immer wieder mit anderen Künstlern zusammengearbeitet. Das Porträt gibt es in diesem Artikel. Uphill Racer Oliver LichtlUrsprünglich stammt Oliver Lichtl aus Ingolstadt, zog dann aber später nach Bayern. Er ist als bayerischer Multiinstrumentalist bekannt geworden, der eine große Vielfalt musikalischer Ideen umgesetzt hat, die auch online gehört werden können. Ursprünglich war Oliver Lichtl unter dem Namen Uphill Racer bekannt. Viele vermuteten dahinter eine Band, doch es stellte sich heraus, dass Lichtl ein „Ein-Mann-Orchester“ ist. Gitarre, Bass, Schlagzeug, Piano und Synthesizer kann er allesamt spielen und sorgt in mehreren Schichten für interessante und komplexe Soundcollagen. Vergleiche gab es immer wieder. Unter anderem mit The Notwist oder Thom Yorke. Interessant ist auch, wie Lichtl insgesamt mit Klängen arbeitet, die nicht immer nur von Instrumenten stammen. Auch Alltagsgeräusche haben bereits den Weg in seine Musik gefunden, beispielsweise das Schließen von Schubladen. Vor allem perkussiv konnte Lichtl damit immer wieder sehr interessante Klangwelten erschaffen, die zum Entdecken einladen. Über die Jahre konnte sich der Künstler einen guten Ruf in der Indie-Szene erarbeiten und steht für das Bild des akribischen Soundtüftlers. Unter anderem im Stück „Spiral“, in dem Klavier und Streicher auf elektronische Klick-Sounds stoßen. Eine Mischung aus digitalen Beats und akustischen Instrumenten gibt es dagegen im Song „Everything is under control„. Herausgebrachte WerkeViele verschiedene Alben hat Lichtl über die Jahre herausgebracht, die von einer kreativen Vielfältigkeit zeugen. Manche dieser Produktionen basieren auf einer Zusammenarbeit mit dem Label Normoton, doch aufgenommen hat er sie meist im Alleingang in seinem Wohnzimmer. Tatsächlich hat er dabei auch immer wieder Pionierarbeit geleistet und konnte aufzeigen, welche Möglichkeiten es durch die modernen technischen Geräte gibt. Dabei lebt seine Musik aber auch von organischen Geräuschen und ist alles andere als aalglatt. Seine Werke können unter anderem online auf der entsprechenden Bandcamp-Seite angehört werden. Veröffentlichte Werke sind unter anderem No Need To Laugh, You Will Understand, Telescopeland, How It Feels To Find There’s More, Memorine, Datum, WAS, The Long Faces, Captured Moods, Remixes, Fractured Moods, Golden Anchor, Last Transmissions from the Cocoon, 1982, Walked Back Further, Forgetting is a superpower, It goes / round 2, she quit / satan m und The Nook. Die Ästhetik der HeimproduktionWenn bekannte und berühmte Künstler neue Alben aufnehmen, dann fließen oft mehrere Millionen Euro in diese Projekte. Die werden für Studios, Personal und letztendlich auch Marketing ausgegeben. Doch notwendig ist das nicht und das wird immer wieder von Indie-Künstlern bewiesen, zu denen auch Oliver Lichtl gezählt werden kann. Bedroom-Pop oder Lo-Fi oder auch Home-Recording-Kultur bezeichnen Werke, die mit der Ästhetik der Heimproduktionen spielen. Manchmal ist es eine wirtschaftliche Notwendigkeit, um überhaupt Musik aufnehmen zu können. Doch oftmals handelt es sich auch um eine bewusste Entscheidung, um einen bestimmten Klang zu erreichen.
Während in professionellen Studios der Störschall größtmöglich eliminiert wird, gehören Umgebungsgeräusche bei Heimproduktionen fest zum Klang dazu. Das kann das Rutschen der Finger auf den Gitarrensaiten sein, das Knacken eines Stuhls oder auch das Atmen des Sängers. Das sorgt für sehr authentische, warme und lebendige Aufnahmen, die auch viel näher an der Live-Performance sind als die sterilen Studioaufnahmen. Gerade im Genre des Lo-Fi werden Rauschen oder leichte Übersteuerungen bewusst eingesetzt, da sie oft als sehr warm und angenehm empfunden werden. Letztendlich steht vor allem auch die Musik und Kreativität im Vordergrund, nicht die Form der Aufnahme. Fazit zu Oliver Lichtl
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