Home / Start
Fanartikel
Biografie
Discografie
Lyrics
Tour
Auszeichnungen
Musik Blog
Fotos und Bilder
Online Spiele
Gästebuch
Surftips
Statistik
Impressum
Datenschutz
 

Heavy Metal (Schwermetall)

Heavy Metal (Schwermetall)

Ein Astronaut kehrt aus dem All zurück und bringt etwas mit, das die Welt seiner Tochter für immer zerstört. In „Heavy Metal (Schwermetall)“ aus dem Jahr 1981 verbindet eine glühende grüne Kugel namens Loc-Nar sechs Episoden, die durch Zeit und Raum führen. Taxifahrer, Krieger, Zombie-Soldaten und eine schweigende Rächerin begegnen ihr und verlieren. Jede Geschichte folgt einer eigenen Logik, und dennoch zieht sich das Böse wie ein roter Faden durch alle Welten. Was bleibt, wenn das Böse am Ende explodiert und ein Mädchen allein in den Himmel fliegt?

Informationen zum Film Heavy Metal (Schwermetall)

Heavy Metal (Schwermetall)“ (Alternativtitel: Schwermetall) ist ein kanadischer Science-Fiction-Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1981. Gerald Potterton und Jimmy T. Murakami führten gemeinsam Regie, während Leonard Mogel und Ivan Reitman als Produzenten fungierten. Der Film basiert auf dem Comic-Magazin Heavy Metal und verbindet mehrere an Erwachsene gerichtete Science-Fiction- und Fantasy-Geschichten. Die Laufzeit beträgt 90 Minuten, und die FSK-Freigabe liegt bei 16 Jahren.

Die Sprecher übernehmen teils mehrere Rollen: Don Francks spricht Grimaldi, einen Copiloten und einen Barbaren, außerdem Caroline Semple dessen Tochter. Richard Romanus leiht Harry Canyon seine Stimme, und Percy Rodriguez spricht den Antagonisten „Loc-Nar“. John Candy verkörpert einen Desk Sergeant, Dan/Den sowie einen Roboter. Eugene Levy spricht Captain Sternn, einen Reporter und Edsel, während Rodger Bumpass Hanover Fiste und Dr. Anrak übernimmt. August Schellenberg spricht Norl und Taarak.

Die Musik stammt von Elmer Bernstein und weiteren Komponisten, die Kamera führten Claude Lapierre, Brian Tufano und Ron Haines. Bei den Genie Awards 1982 gewann der Film drei Preise: bester Sound, bester Tonschnitt sowie der Golden Reel Award für Ivan Reitman. Zudem erhielt er eine Saturn-Award-Nominierung als bester Science-Fiction-Film. Die Kanadapremiere fand am 7. August 1981 statt, Deutschland folgte am 18. Februar 1982.

Zusammenfassung und Handlung des Films

Der Film beginnt mit der Rahmenhandlung rund um den Astronauten Grimaldi. Er verlässt ein Space Shuttle in einer Corvette und tritt damit in die Erdatmosphäre ein. Mit einem Bremsschirm landet er bei einem Herrenhaus, wo ihn seine Tochter empfängt. Doch dann öffnet er einen versiegelten Behälter mit einer grünen Kugel. Diese nennt sich „Loc-Nar, die Summe alles Bösen“, löst Grimaldi schmerzhaft auf und zwingt das erschrockene Mädchen, mehrere düstere Geschichten zu erleben, in denen die Kugel stets als zerstörerische Kraft wirkt.

Die erste Episode spielt im New York des Jahres 2031. Der Taxifahrer Harry rettet eine junge Frau vor verfolgenden Gangstern, da deren Vater wegen des Loc-Nar bereits sein Leben verlor. Beide beginnen eine Affäre und planen gemeinsam, das Artefakt an den Gangsterboss Rudnick zu verkaufen. Als die Frau jedoch das Geld erhält, weigert sie sich, Harry seinen Anteil zu geben. Daraufhin tötet er sie kurzerhand mit einer Desintegratorwaffe und flieht mit dem gesamten Erlös.

Taarna – Die letzte Kriegerin und ihre Rache

In der nächsten Geschichte findet ein junger Wissenschaftler einen grünen Meteoriten in seinem Garten. Ein Blitzexperiment katapultiert ihn auf einen fremden Planeten, wo er als muskulöser Held namens Den erwacht. Er rettet eine Frau vor einem drohenden Opferritual und besiegt geschickt seine zahlreichen Feinde. Anschließend entscheidet er sich bewusst, auf diesem Planeten zu bleiben. Danach folgt die Episode um Captain Sternn, der auf einer Raumstation vor Gericht steht. Ein Zeuge mutiert unter dem Einfluss des Loc-Nar zum rasenden Berserker, beruhigt sich jedoch nach Zahlung eines Geldbetrages und wird von Sternn schließlich ins All befördert.

Die darauffolgende Episode zeigt einen B-17-Bomber im Zweiten Weltkrieg. Der Loc-Nar erscheint am Himmel und verwandelt die gefallenen Soldaten in Zombies. Der Pilot rettet sich per Notausstieg, landet jedoch auf einer Insel voller Wracks und Untoten. Anschließend entführt ein riesiges Raumschiff versehentlich eine Sekretärin zusammen mit einem Wissenschaftler. Der Bordroboter freundet sich mit der Frau an, beide verbringen eine Liebesnacht und beschließen danach, zu heiraten. Diese Episode bringt als einzige einen humorvollen und leichten Ton in den Film.

Den Abschluss bildet die epische Geschichte der Kriegerin Taarna. Auf einem archaischen Planeten wüten blutige Kämpfe, und die Ältesten rufen Taarna als letzte Überlebende ihres Volkes um Hilfe. Sie kommt zu spät, um das Massaker zu verhindern, befreit sich aber aus der Gefangenschaft der Täter und tötet deren Anführer. Schließlich lenkt sie Blitze auf sich und vernichtet damit die leuchtende Masse. Gleichzeitig explodiert der Loc-Nar im Herrenhaus, das Mädchen entkommt ins Freie und findet Taarnas Flugtier. Als neue Beschützerin fliegt sie davon, und das Böse ist vorerst gebannt.

Fazit und Kritik zu Heavy Metal (Schwermetall)

Heavy Metal (Schwermetall)“ (1981) ist ein Anthologie-Zeichentrickfilm, der seinen Kultstatus bis heute verteidigt. Sechs eigenständige Episoden bilden das Gerüst, und der Loc-Nar verbindet sie als gemeinsames Element. Doch diese Klammer wirkt dünn, denn die Episoden folgen keiner echten dramatischen Logik. Manche Segmente, wie „Harry Canyon“ und die B-17-Episode, entwickeln eigenständige Stärke. Andere, wie die Raumschiff-Komödie, bleiben flach und juvenil.

Dabei fällt der starke Qualitätsunterschied zwischen den Episoden deutlich auf. „Den“ profitiert von John Candys ironisch-selbstbewusstem Sprechen, während „Taarna“ optisch beeindruckt, aber erzählerisch zu wenig Raum bekommt. Die Figur Taarna schweigt fast durchgehend und bleibt daher eine leere Leinwand. Zudem zeigt der Film Frauen nahezu ausschließlich als nackte Staffage. Diese Haltung mag dem Entstehungskontext von 1981 geschuldet sein, wirkt aber auch dann nicht zeitgemäß.

Was bleibt, ist ein Film mit echter visueller Bandbreite und erkennbarem künstlerischem Willen. Verschiedene Zeichenstile pro Episode erzeugen eine ungewöhnliche Textur, die kein anderer Animationsfilm dieser Ära bietet. Wer jedoch eine kohärente Geschichte erwartet, findet sie hier nicht. „Heavy Metal“ funktioniert als Episodenmagazin in Bewegung, aber nicht als geschlossenes Werk. Für Fans des Magazins bleibt er trotzdem relevant, weil er die Ästhetik von „Métal hurlant“ erstmals bewegt auf die Leinwand brachte.